Angebote | Erfahrungsbericht | Beratungsangebot im SHK

Aktuell (Stand: 20.05.2015)

Angebote

Stachelbärengruppe – Gruppenangebot für Frauen mit Kindern, die häusliche Gewalt erfahren haben

In Kooperation mit dem Kinderschutzdienst „Strohhalm“ bieten wir Frauen mit ihren Kindern eine kontinuierliche Gruppenarbeit an. Frauen, die in ihrer Beziehung körperliche, seelische und/ oder sexualisierte Gewalt erlebt haben, können sich in einer Gruppe mit anderen Frauen mit ähnliche Erfahrungshintergründen austauschen und selbststärkend aktiv werden. Parallel haben die Kinder in ihrer Gruppe unter fachlicher Anleitung die Möglichkeit kindgerecht ihre Erfahrungen mit häuslicher Gewalt aufzuarbeiten. Diese Gruppe wird durch eine Mitarbeiterin des Kinderschutzdienstes Strohhalm geleitet. Geschwisterkinder können nach Absprache betreut werden.

Wenn Sie sich anmelden möchten oder Fragen dazu haben, können Sie sich an

Frau Reinhardt Tel.: 449872 oder
Frau Reichenbächer vom Kinderschutzdienst Tel.: 443543

wenden.

Nachgehende Treffen für ehemalige Bewohnerinnen

Mehrmals im Jahr laden wir ehemalige Bewohnerinnen mit ihren Kindern zu nachgehenden Treffen ein. Die Treffen sind thematisch gestaltet und zielen darauf ab, den Austausch der Frauen und die Selbststärkung zu fördern.

Verantwortlich: Renate Knoch

Vergangene Aktionen und Veranstaltungen

Grußwort des Oberbürgermeisters Dr. Albrecht Schröter
zum 25.11.11 – Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

»Liebe Bürgerinnen und Bürger,
ich freue mich, dass sie sich heute an diesem Ort zusammengefunden haben, um an die zu denken, deren Schicksal immer noch eines der größten Tabuthemen in
unserer Gesellschaft ist – die Opfer häuslicher Gewalt.
Ich kann gar nicht ausdrücken, mit welcher Scham es mich erfüllt, zu wissen, zu
welchen Taten Menschen fähig sind.
Auch wenn in diesen Tagen viele Augen auf Grund rechtsextremistischer
Gewalttaten auf Thüringen gerichtet sind, darf nicht vergessen werden, dass dies nur ein kleiner Teil des Gesamtthemas ist. Dass, was hinter verschlossenen Türen
geschieht, ist oft nicht so präsent in den Medien, aber deswegen genauso
verabscheuungswürdig.
Ich möchte an dieser Stelle auch allen Frauen meine Bewunderung aussprechen, die es schaffen, sich aus einer oft jahrelangen Spirale der Gewalt zu befreien und ein neues, gewaltfreies und selbstbestimmtes Leben zu beginnen.
Unsere Gedanken dürfen aber nicht an unseren Ländergrenzen enden, denn überall auf der Welt gibt es Gewaltakte gegen Frauen. Dies zeigt sich auch darin, dass die heutige Veranstaltung im Rahmen des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen stattfindet.
Mich machen die Nachrichten aus Afrika genauso betroffen und sprachlos, die davon berichten, dass Vergewaltigungen von Frauen als Mittel der Kriegsführung eingesetzt werden. Wir dürfen unsere Augen nicht davor verschließen, dass immer noch Frauen gezielt durch Gewalt unterdrückt werden.
Bei meinem Besuch vor wenigen Wochen in unserer Partnerstadt San Marcos in
Nicaragua habe ich ein sehr beeindruckendes Projekt kennen gelernt.
Die Verwirklichung von Frauenrechten beginnt mit wirtschaftlicher Unabhängigkeit.
Eine Frau kann aus einer unerwünschten Beziehung, insbesondere zu einem
gewalttätigen Mann, nur dann entfliehen, wenn sie sich und ihre Kinder auch ohne Zuwendungen von ihrem Partner versorgen kann. Aber auch in funktionierenden Familien ist es für Frauen von Bedeutung, nicht von ihrem Mann oder dessen bzw. der eigenen Familie abhängig zu sein.
Das gilt für Deutschland, in noch größerem Maße aber für ein Land der sog. Dritten
Welt wie Nicaragua. Dort werden Frauen vor allem angesichts des traditionellen
Machismo, aber auch aufgrund des Einflusses von Kirchen, in vielen Familien auf
ihre Rolle als Ehepartnerin und Mutter reduziert. Um hier entgegenzuwirken, haben das Eine-Welt-Haus Jena und sein nicaraguanischer Partnerverein APRODIM in diesem Jahr ein Kleinkreditprojekt in Jenas Partnerstadt San Marcos begonnen. Mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und der Stiftung Nord-Süd-Brücken sowie mit Spenden Jenaer Bürger werden mehr als 120 Frauen in diesem Projekt betreut.

Sie erhalten Kleinkredite, um wirtschaftliche Aktivitäten wie Kleinhandel,
Handwerksbetriebe oder Dienstleistungen zu beginnen. Dabei werden sie von zwei Promotoren begleitet, die u. a. die Bildung von Solidargruppen organisieren, mit ihnen Weiterbildungen durchführen und sie bei der Etablierung ihrer Betriebe
unterstützen. So sollen Frauen gestärkt und die Einkommen der zugehörigen
Familien erhöht werden.
Mit diesem Projekt soll ein Beitrag dazu geleistet werden, Frauenrechte und
Gleichberechtigung weltweit durchzusetzen.
Ich danke allen Engagierten in unserer Stadt und ganz besonders den
Mitarbeiterinnen und ehrenamtlichen Helferinnen des Frauenzentrums Towanda, des Frauenhauses und Netzwerkes gegen häusliche Gewalt für ihren steten Einsatz für die Rechte der Schwächeren und Benachteiligten in unserer Gesellschaft.
Sie können sich meiner steten Unterstützung sicher sein. Vielen Dank.
Ihr Dr. Albrecht Schröter

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Erfahrungsbericht einer Praktikantin

(Stand: 11.03.2010)

In den folgenden Zeilen möchte ich kurz meine Erwartungen und Erfahrungen des sechswöchigen Praktikums im Jenaer Frauenhaus reflektieren.

Zunächst einige Worte zu meiner Person: ich studiere in Jena Erziehungswissenschaften und absolviere im Rahmen meine Hauptstudiums dieses Praktikum. Warum sollte es ein Praktikum im Frauenhaus sein? Während meines Studienablaufs belegte ich das Seminar „Gewalt in der Familie“. Langsam tasteten wir uns damals über Definitionen, begrifflichen Abgrenzungen und einzelnen spezifischen Aspekten an die Problematik heran.
Theorie ist nun die eine Seite. Wo allerdings bleibt der praktische Bezug? Ich wollte mehr über die Anti-Gewalt-Arbeit im Frauenhaus erfahren. Was gibt es für Präventionsmaßnahmen? Wie sehen Kriseninterventionen aus?
Sicher konstruierten sich in meinem Kopf auch verschiedene Bilder von betroffenen Frauen und ihrer Situation. Letztendlich machte ich die Erfahrung, dass wirklich jeder von häuslicher Gewalt betroffen sein kann und jeder in die Lage kommen kann, Hilfe in Anspruch nehmen zu wollen und müssen. Weder Alter, Herkunft noch Nationalität spielen dabei eine Rolle.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist es auch den Frauen die Hemmschwelle zu nehmen und die Möglichkeit zu geben, sich Hilfe zu suchen und eine Beratung wahrzunehmen. Dabei spielt Öffentlichkeitsarbeit und die Zusammenarbeit von verschiedenen Einrichtungen eine große Rolle. Mir wurde die Möglichkeit gegeben an der LAG-Sitzung (Landesarbeitsgemeinschaft) sowie an einem Arbeitsgruppentreffen teilzunehmen.
Außerdem fand in der Zeit meines Praktikums eine Spendendankveranstaltung und eine Auftaktveranstaltung „20 Jahre Frauenprojekte der Stadt Jena“ statt. Bei dem zuletzt genannten erfuhr ich u.a. Einiges über 20 Jahre Anti-Gewalt-Arbeit: wie viele Frauen im Frauenhaus Zuflucht suchten, welche Aktionen und Projekte im Laufe der Jahre entstanden (z.B. „Jenaer Männer gegen Gewalt an Frauen“ und Migra, ein Unterstützungsprojekt für Migrantinnen) und zu welchen Veränderungen es gekommen ist (Einführung des Gewaltschutzgesetzes und des Anti-Stalking-Gesetzes).
Zudem erhielt ich durch die Verteilung von Flyern und Visitenkarten einem Überblick mit welchen Stellen das Frauenhaus kooperiert.

Einblick in die fallspezifische Arbeit erhielt ich durch die Hospitation bei Beratungsgesprächen (natürlich nur, wenn die Frau mit meiner Anwesenheit einverstanden war), den Umgang mit den Frauen und das Erleben des Alltags in der Frauenschutzwohnung (gemeinsames Kochen und Beisammensein) sowie der Begleitung zu verschiedenen Ämtern. Zudem hatte ich immer die Möglichkeit mich selbstständig in einer kleinen Bibliothek über die Thematik häusliche Gewalt zu informieren sowie aktuelle Studien zu lesen. Zugleich haben sich die Mitarbeiterinnen stets Zeit für meine Fragen genommen, sowie mir die Rahmenbedingungen des Frauenhauses (z.B. die Finanzierung) erklärt.
Vielen Dank für die Möglichkeiten, welche mir im Praktikum eröffnet und die Hilfen, die mir von den Mitarbeiterinnen im Frauenhaus gegeben wurden.

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Beratungsangebot im Saale-Holzlandkreis
Stadtroda, Camburg, Kahla, Eisenberg

Beratungstermine können bei Bedarf vor Ort gemacht werden. Voranmeldung dafür bitte unter 03631-449872 (Beratungsbüro des Jenaer Frauenhaus e.V.)

Die Beratung ist kostenlos und vertraulich.

 

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