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Aktuelles

Jahresanfangsempfang der Jenaer Frauenprojekte am 8. März 2010

In diesem Jahr feiert der Verein 20jähriges Vereinsbestehen. Als einer der 4 Frauenprojekte war der Verein Mitorganisator der Auftaktveranstaltung „20 Jahre Frauenprojekte der Stadt Jena“. Ca. 90 Frauen und 4 Männer folgten der Einladung in die Rosensäle, um gemeinsam den Jahresempfang am Frauentag zu feiern. Musikalische Einlagen, Worte des Oberbürgermeisters und der Gleichstellungsbeauftragten rundeten eine gelungene Präsentation der Vereine ab, welche einen Rückblick auf ihre erfolgreiche Arbeit gaben. Für die Arbeit des Jenaer Frauehaus sah das im Zehnjahresrythmus folgendermaßen aus:

1990: „1990 – war die „Gewalt an Frauen“ ein Thema, das die Mitarbeiterinnen der Gleichstellungsstelle zunächst betroffen und ratlos machte. Gewalt gegen Frauen innerhalb familiärer Beziehungen war in der DDR tabuisiert. Als in der Gleichstellungsstelle dann die ersten Frauen kamen und ihre oft jahrelangen Gewaltbeziehungen schilderten stand bald fest, dass Jena ein Frauenhaus braucht. Auf Einladung der Gleichstellungsstelle kamen am 05.11.1990 ca. 50 interessierte Frauen und Männer zu einer Informationsveranstaltung zum Thema „Ein Frauenhaus für Jena“ zusammen. Am selben Abend gründeten 12 Frauen den Verein „Jenaer Frauenhaus“. Nach längerem Suchen nach einem geeigneten Objekt wurde das Frauenhaus am 21.09.1991 eröffnet. Am 23.09.1991 zog die erste Frau mit ihrem Baby in das Frauenhaus ein.“ 

2000: „Nach 10jährigem Vereinsbestehen ist der Jenaer Frauenhaus Verein mittlerweile zu einer festen Größe in Jenas Soziallandschaft geworden, was jedoch nicht vor einem finanziellen Auf-und Ab bewahrt. Diese finanzielle Unsicherheiten waren auch immer wieder Motivation für den Verein nach noch anderen Standbeinen zu suchen, wie z.B. das Projekt Migra, ein thüringenweites multikulturell besetztes Unterstützungs- und Beratungsangebot für Migrantinnen oder die Gründung des Sozialsponsoringvereins. Der Verein beschäftigt 4 festangestellte Mitarbeiterinnen und 4 Mitarbeiterinnen über verschiedene Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Im Frühjahr fand eine große Plakataktion „Jenaer Männer gegen Gewalt an Frauen“ statt, bei der sich Jenaer Männer gegen Gewalt an Frauen öffentlich mit ihrem Namen auf dem Plakat aussprachen und die Aktion auch noch selbst finanzierten. Nach 10 Jahren hatten 319 Frauen und 377 Kinder Zuflucht im Frauenhaus gesucht.“

2010: „Im Blick auf 20 Jahre Arbeit für Frauen und Kinder, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind, ist zu sagen, dass in dieser Zeit ca. 650 und ca. 630 Kinder in unserer Notunterkunft lebten. Zudem bewirkte unsere Arbeit, dass 2002 das Gewaltschutzgesetz und 2006 das Anti-Stalking-Gesetz eingeführt wurde. Diese Gesetze ermöglichen den Opfern häuslicher Gewalt sich besser zu schützen. Den Verantwortlichen der Stadt ist es zu verdanken, dass wir die Arbeit auf sicherer Basis weiter führen können, denn Gewalt an Frauen und Kindern geht uns alle an.“

Anschließend wurde noch die Ausstellung „Frauenpersönlichkeiten in Jena – multikulturell“ eröffnet, die durch das Frauenzentrum Towanda erstellt wurde und im Verlauf des Jahres an verschiedenen Stellen der Stadt zu sehen sein wird. Nähere Informationen erhalten Sie dazu über das Frauenzentrum „Towanda“. Beim abschließenden Imbiß bot sich dann ausreichend Zeit miteinander ins Gespräch zu kommen und sich in Ruhe die Ausstellung anzuschauen.

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Geplante Veranstaltungen
zum „20jährigen Bestehen Jenaer Frauenhaus e.V.“

Erzählcafé

  • Gründerinnen, Vorstandsfrauen und die ersten Mitarbeiterinnen werden eingeladen, um über die spannenden ersten Jahre der Frauenhausarbeit zu berichten.
  • Termin: 30.10.2010
  • Ort: wird noch bekannt gegeben
  • Wer damals dabei war und heute keinen Kontakt mehr zum Verein hat, kann sich gerne in der Wagnergasse 25, Beratungsbüro melden.

Feierlicher Empfang mit einer Präsentation der neu gestalteten Chronik und Zukunftsversionen über die Arbeit

  • Termin: 5.11.2010
  • Ort: Wagnergasse 25
  • Zeit: wird noch bekannt gegeben

Party mit allen Vereinsfrauen, ehemaligen Mitarbeiterinnen und Praktikantinnen und UnterstützerInnen der Frauenhausarbeit in Jena

  • Termin: 5.11.2010
  • Ort: voraussichtlich Wagnergasse 25
  • Zeit: wird noch bekannt gegeben

Hörsendung im OKJ 
Im November wird beim OKJ ein Hörbeitrag ausgestrahlt u.a. mit Informationen zur Arbeit und Entwicklung des Jenaer Frauenhaus e.V., Beiträge aus der Öffentlichkeit, Betroffene kommen zu Wort, Daten und Fakten zu häuslicher Gewalt.

Sendetermin wird noch bekanntgegeben.

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Erfahrungsbericht einer Praktikantin

(Stand: 11.03.2010)

In den folgenden Zeilen möchte ich kurz meine Erwartungen und Erfahrungen des sechswöchigen Praktikums im Jenaer Frauenhaus reflektieren.

Zunächst einige Worte zu meiner Person: ich studiere in Jena Erziehungswissenschaften und absolviere im Rahmen meine Hauptstudiums dieses Praktikum. Warum sollte es ein Praktikum im Frauenhaus sein? Während meines Studienablaufs belegte ich das Seminar „Gewalt in der Familie“. Langsam tasteten wir uns damals über Definitionen, begrifflichen Abgrenzungen und einzelnen spezifischen Aspekten an die Problematik heran.
Theorie ist nun die eine Seite. Wo allerdings bleibt der praktische Bezug? Ich wollte mehr über die Anti-Gewalt-Arbeit im Frauenhaus erfahren. Was gibt es für Präventionsmaßnahmen? Wie sehen Kriseninterventionen aus?
Sicher konstruierten sich in meinem Kopf auch verschiedene Bilder von betroffenen Frauen und ihrer Situation. Letztendlich machte ich die Erfahrung, dass wirklich jeder von häuslicher Gewalt betroffen sein kann und jeder in die Lage kommen kann, Hilfe in Anspruch nehmen zu wollen und müssen. Weder Alter, Herkunft noch Nationalität spielen dabei eine Rolle.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist es auch den Frauen die Hemmschwelle zu nehmen und die Möglichkeit zu geben, sich Hilfe zu suchen und eine Beratung wahrzunehmen. Dabei spielt Öffentlichkeitsarbeit und die Zusammenarbeit von verschiedenen Einrichtungen eine große Rolle. Mir wurde die Möglichkeit gegeben an der LAG-Sitzung (Landesarbeitsgemeinschaft) sowie an einem Arbeitsgruppentreffen teilzunehmen.
Außerdem fand in der Zeit meines Praktikums eine Spendendankveranstaltung und eine Auftaktveranstaltung „20 Jahre Frauenprojekte der Stadt Jena“ statt. Bei dem zuletzt genannten erfuhr ich u.a. Einiges über 20 Jahre Anti-Gewalt-Arbeit: wie viele Frauen im Frauenhaus Zuflucht suchten, welche Aktionen und Projekte im Laufe der Jahre entstanden (z.B. „Jenaer Männer gegen Gewalt an Frauen“ und Migra, ein Unterstützungsprojekt für Migrantinnen) und zu welchen Veränderungen es gekommen ist (Einführung des Gewaltschutzgesetzes und des Anti-Stalking-Gesetzes).
Zudem erhielt ich durch die Verteilung von Flyern und Visitenkarten einem Überblick mit welchen Stellen das Frauenhaus kooperiert.

Einblick in die fallspezifische Arbeit erhielt ich durch die Hospitation bei Beratungsgesprächen (natürlich nur, wenn die Frau mit meiner Anwesenheit einverstanden war), den Umgang mit den Frauen und das Erleben des Alltags in der Frauenschutzwohnung (gemeinsames Kochen und Beisammensein) sowie der Begleitung zu verschiedenen Ämtern. Zudem hatte ich immer die Möglichkeit mich selbstständig in einer kleinen Bibliothek über die Thematik häusliche Gewalt zu informieren sowie aktuelle Studien zu lesen. Zugleich haben sich die Mitarbeiterinnen stets Zeit für meine Fragen genommen, sowie mir die Rahmenbedingungen des Frauenhauses (z.B. die Finanzierung) erklärt.
Vielen Dank für die Möglichkeiten, welche mir im Praktikum eröffnet und die Hilfen, die mir von den Mitarbeiterinnen im Frauenhaus gegeben wurden.

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Beratungsangebot im Saale-Holzlandkreis

Die Beratung ist kostenlos und auf Wunsch anonym.

Stadtroda · Camburg · Kahla

Termine können auf Anfrage vor Ort gemacht werden.
Voranmeldungen bitte unter: Tel. 036 41- 44 98 72
(Beratungsbüro Jenaer Frauenhaus e.V.)

Eisenberg

Beratung findet statt im:

Frauen- und Familientreff
Gartenstr. 38

ab Jan. 2010:
jeden letzten Mittwoch im Monat
von 10 – 12 Uhr

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